Shida Kartli (Innerkartlien) liegt strategisch günstig im Zentrum Georgiens und war historisch gesehen der Kern des ostgeorgischen Königreichs Kartli (Iberien). Wegen seiner fruchtbaren Ebenen und seiner Lage an der Seidenstraße wurde es jahrtausendelang von Römern, Persern, Arabern, Mongolen und Osmanen umkämpft. Die Region ist reich an Obstgärten – besonders Äpfel und Pfirsiche sind berühmt – und wird vom Fluss Mtkvari durchschnitten
Britannica: History of Kartli.
Die Hauptattraktion ist Uplistsikhe ('Festung des Herrn'), eine in den Fels gehauene Stadt, deren Geschichte bis in die späte Bronzezeit (1000 v. Chr.) zurückreicht. Einst ein mächtiges heidnisches Zentrum mit Tempeln, Apotheken, Bäckereien und einem Amphitheater, wurde es später christianisiert und im 12. Jahrhundert von Königin Tamar als Residenz genutzt, bevor es von den Mongolen 1240 zerstört wurde
Georgian National Museum: Uplistsikhe.
Gori, die Hauptstadt der Region, ist weltweit bekannt als Geburtsort von Josef Stalin. Das Stalin-Museum, das sein Geburtshaus und seinen persönlichen Panzerzug umfasst, ist eine kontroverse, aber faszinierende Zeitkapsel der Sowjetära, die Besucher aus aller Welt anzieht. Über der Stadt thront die Gori-Festung, die in 'Der Recke im Tigerfell' erwähnt wird und einen Panoramablick bietet
Stalin Museum Official Site.
Aber die Region bietet mehr als nur Geschichte. Das Ateni-Tal ist berühmt für seine Weine und die Ateni-Sioni-Kirche (7. Jh.), die architektonisch dem Jvari-Kloster ähnelt. In der Nähe liegt auch die Kintvisi-Klosteranlage mit ihrem berühmten 'Kintvisi-Erzengel', einem Meisterwerk der mittelalterlichen Freskenmalerei
Georgian Travel Guide: Ateni Sioni.
Shida Kartli grenzt im Norden an die besetzte Region Zchinwali (Südossetien), was der Region eine aktuelle geopolitische Bedeutung verleiht. Trotzdem ist es ein sicheres und gastfreundliches Gebiet, das oft als 'der Obstgarten Georgiens' bezeichnet wird.