Guria, Georgiens kleinste Region, ist ein Land von außergewöhnlicher kultureller Dichte und natürlicher Schönheit, eingebettet im westlichen Teil des Landes. Begrenzt durch das Schwarze Meer im Westen und die Ausläufer des Kleinen Kaukasus im Osten, ist Guria durch ein feuchtes subtropisches Klima definiert, das seine Landschaft in üppiges Grün taucht. Historisch gesehen war es ein unabhängiges Fürstentum, das für seine wilden Krieger und komplexen musikalischen Traditionen bekannt war. Der Name 'Guria' soll vom Wort für 'unruhig' oder 'das Herz' stammen und spiegelt das temperamentvolle und schnelle Wesen seiner Bewohner wider
Georgian Travel Guide: History of Guria.
Das landwirtschaftliche Herz der Region schlägt in ihren Teepflantagen. Einst der Hauptlieferant von Tee für die gesamte Sowjetunion, erlebt Guria heute eine Renaissance des handwerklichen Tees, wobei Dörfer wie Tkhinvali und Bakhvi erstklassige Bio-Blätter produzieren. Neben Tee sind die Haselnusshaine der Region ein wichtiger Wirtschaftszweig, der die Hänge mit den Rhythmen der Ernte bedeckt.
Kulturell ist Guria berühmt für 'Krimanchuli', einen einzigartigen Jodelstil innerhalb der georgischen Polyphonie. Dieser komplexe, vierstimmige Gesangsstil, oft beschrieben als ein stimmliches Feuerwerk, gehört zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Gurier sind auch für ihren schnellen Witz, ihren Humor und das Reitspiel 'Lelo Burti' bekannt – einen uralten, rugbyähnlichen Vollkontaktsport, der jeden Ostern im Dorf Shukhuti gespielt wird und an heidnische Rituale zur Sicherung einer guten Ernte erinnert
Agenda.ge: Lelo Burti Tradition.
Die geografische Vielfalt packt viel auf kleines Raum: von den magnetischen schwarzen Sandstränden von Ureki und Shekvetili, die für ihre therapeutischen Eigenschaften bekannt sind, bis zum alpinen Kurort Bakhmaro auf 2.050 Metern, wo sich die Luft des Schwarzen Meeres mit dem Duft von Tannenwäldern mischt und ein einzigartiges Mikroklima schafft, das Atemwegserkrankungen heilt. Gomis Mta, das 'Dorf über den Wolken', bietet surrealistische Sonnenuntergänge, bei denen die Sonne in einem Meer aus weißem Nebel versinkt.
Die Architektur reicht von traditionellen Holz-'Oda'-Häusern, die auf Stelzen gebaut sind, um der Feuchtigkeit zu entgehen, mit kunstvoll geschnitzten Balkonen, bis hin zum Kloster Shemokmedi aus dem Mittelalter, das als spirituelles Zentrum und Begräbnisstätte des gurischen Adels diente. Guria ist nicht nur ein Ort, sondern eine Stimmung – energisch, grün und zutiefst melodisch.