Samegrelo (Mingrelien) ist eine Region der Kontraste im westlichen Georgien. Es erstreckt sich von den Ufern des Schwarzen Meeres bis zu den Ausläufern des Kaukasus. Historisch war es das mächtige Fürstentum der Dadiani-Dynastie, einer Adelsfamilie, die enge Beziehungen zu europäischen Königshäusern pflegte (sogar zu Napoleon!). Dies spiegelt sich in der Architektur und Kultur wider: Zugdidi, die Hauptstadt, wirkt mit ihrem Dadiani-Palast und dem botanischen Garten eher europäisch als kaukasisch
Georgian National Museum: Dadiani Palaces.
Die Megrelier sind stolz auf ihre eigene Sprache (Megrelisch), die älter als Georgisch ist, und ihre ausgeprägte Identität. Sie gelten als gebildet, geschäftstüchtig und unglaublich gastfreundlich. Aber ihre wahre Leidenschaft ist das Essen. Die megrelische Küche ist die schärfste und reichhaltigste Georgiens. 'Elarji' (fadenziehender Maisbrei mit Käse) und 'Gebjalia' (Käse in Minz-Milch-Sauce) sind legendär
Culinary Backstreets: Megrelian Food Guide.
Die Natur ist ebenso dramatisch. Der Martvili-Canyon mit seinem smaragdgrünen Wasser, wo einst die Dadiani-Fürsten badeten, ist heute ein weltberühmtes Ziel für Bootstouren. Tiefer in den Bergen liegt der Tobavarchkhili-See (Silbersee), eines der am schwersten zugänglichen und schönsten Trekkingziele im Kaukasus. Im Tiefland erstreckt sich der Kolcheti-Nationalpark, ein Labyrinth aus Feuchtgebieten und Seen, das man am besten per Boot erkundet – ein Überbleibsel des antiken Kolchis
Agency of Protected Areas: Kolkheti National Park.
Samegrelo ist auch die Heimat der Enguri-Staumauer, einer der höchsten Bogenstaumauern der Welt, die den Weg nach Swanetien markiert. Es ist eine Region, die alle Sinne anspricht – vom Brennen des Adjika auf der Zunge bis zum kühlen Nebel der Canyons.