Imeretien, im zentralen Westen Georgiens gelegen, ist der historische und kulturelle Dreh- und Angelpunkt, der Ost und West verbindet. Seine Hauptstadt Kutaissi war die Hauptstadt des alten Königreichs Kolchis und später des vereinigten georgischen Königreichs. Die Landschaft ist geprägt von sanften grünen Hügeln, dramatischen Flussschluchten und einer Fülle von Wasser, was eine üppige, fast dschungelartige Vegetation schafft
Georgian Travel Guide: History of Imereti.
Hier verschwimmen Mythe und Realität: Die Argonauten sollen den Rioni hinaufgesegelt sein, und die Höhlen der Region flüstern Geschichten von prähistorischen Bewohnern. Imeretien beherbergt zwei UNESCO-Weltkulturerbestätten – die Bagrati-Kathedrale (obwohl inzwischen von der Liste gestrichen, bleibt sie monumental) und das Kloster Gelati, ein Zentrum mittelalterlicher Wissenschaft und Kunst, wo König David der Erbauer begraben liegt
UNESCO World Heritage Centre: Gelati Monastery.
Die Natur Imeretiens ist spektakulär unterirdisch wie oberirdisch. Die Prometheus-Höhle und die Sataplia-Höhle bieten surreale Welten aus Stalaktiten und versteinerten Dinosaurierspuren. Der Okatse-Canyon bietet schwindelerregende Hängebrücken über tiefen Abgründen, während der Martvili-Canyon, technisch gesehen an der Grenze zu Mingrelien, oft auf Imeretien-Touren besucht wird, mit seinen smaragdgrünen Gewässern, die zum Bootfahren einladen.
Kulinarisch ist Imeretien berühmt für seine subtilen, ausgewogenen Aromen. Das imeretische 'Khachapuri' (rund, mit Käse gefüllt) ist der nationale Standard. 'Pkhali' (Gemüsepaste mit Walnüssen) erreicht hier Perfektion, und Käsesorten wie Imeruli sind Grundnahrungsmittel. Der Weinbau unterscheidet sich vom Osten: Der 'imeretische Stil' verwendet Qvevris (Tschuri genannt), aber mit weniger Schalenkontakt (nur etwa 30%), was Weine ergibt, die leichter, säurehaltiger und lebendiger sind – perfekt für die deftige Küche der Region
Wines of Georgia: Imereti Wine Region.
Die Menschen in Imeretien sind bekannt für ihre Eloquenz, ihren Humor und ihre Bildung. Kutaissi war lange Zeit Georgiens intellektuelles Zentrum. Heute ist die Region ein Tor für Reisende (dank des internationalen Flughafens Kutaissi) und ein Muss für alle, die Georgiens Seele verstehen wollen.