Die deutschen Siedler kamen aus Württemberg in einer schwierigen Zeit politischer und wirtschaftlicher Umbrüche in Europa. Der verheerende Ausbruch des Vulkans Tambora in Indonesien im Jahr 1815 trug zu Missernten und Hungersnöten in Europa bei und verschärfte die Notlage, die die Migration begünstigte. Religiöse Überzeugungen und die schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen jener Zeit spielten ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Entscheidung der Siedler, ihre Heimat zu verlassen.
Die Siedler verwandelten das verlassene Gelände in ein blühendes Bauerndorf. Sie bestellten das Land, hielten Vieh und betrieben Weinbau, wodurch Elisabeththal zu einer der erfolgreichsten deutschen Siedlungen in Georgien wurde. Ihr unverwechselbarer Architekturstil prägte auch das Dorfbild: Traditionelle deutsche Häuser, eine lutherische Kirche und andere Gemeinschaftsgebäude sind bis heute sichtbar.
Eines der markantesten Wahrzeichen von Asureti ist die 1871 im gotischen Stil erbaute Lutherische Kirche. Rund um sie herum sind in den historischen Häusern des Dorfes noch Spuren der ehemaligen deutschen Siedlung sichtbar, darunter Fachwerkhäuser, die für die deutsche Bautradition charakteristisch sind. Der alte deutsche Friedhof, auf dessen Grabsteinen noch Familiennamen erhalten sind, erinnert ebenfalls an die Gemeinschaft, die einst hier lebte.
Die Geschichte der deutschen Gemeinde nahm 1941 eine tragische Wendung. Im Zuge der sowjetischen Deportationen deutscher Einwohner aus Georgien wurden die Deutschen von Asureti zwangsweise nach Zentralasien umgesiedelt. Die Deportation zerriss eine Gemeinschaft, die seit über einem Jahrhundert in dem Dorf gelebt hatte und ihre Häuser, Kirche, Friedhof und Weinberge zurückließ.
Doch ein bemerkenswerter Teil des deutschen Erbes hat sich in den Weinbergen von Asureti erhalten. Die lokale Rebsorte Asuretuli Shavi ist eng mit dem deutschen Landwirt Otto Schall verbunden, der die alten Rebstöcke rund um die Siedlung kultivierte. Der daraus gekelterte Wein wurde nach Schalls Nachnamen „Shala“ genannt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Asuretis Wein auch außerhalb Georgiens verkauft, unter anderem in Baku und Jerewan. Heute ist Asuretuli Shala eine geschützte georgische Ursprungsbezeichnung und verbindet so einen der charakteristischsten georgischen Weine mit der deutschen Geschichte von Asureti.